Blick in den alten Folianten: Hardy Gudzinski während der Lesung
© Gabriele Rataj
Premiere gelungen
"Unbedingt fortführen." So lautete das Urteil einer Besucherin aus dem Eggersdorf. Sie hatte zu Pfingsten die erste, von der Fördergesellschaft in der Orangerie organisierte Lesung besucht.
Altlandsberg. Es war quasi eine Finissage, kurz vor dem Ende der Ausstellung "Schlösser und Parks in Märkisch-Oderland – Ein Blick in Vergangenheit und Gegenwart". Am Pfingstwochenende war es für die Fördergesellschaft Schlossgut Altlandsberg außerdem eine Premiere: die Lesung mit Hardy Gudzinski, dem Sammler der an den Wänden gehängten historischen Ansichten.
Die Idee dahinter: Die Fördergesellschaft - sowohl Mitorganisator des Ausstellungsgeschehens als auch Absicherer der Wochenend-Öffnungszeiten – möchte während der jeweils sechs- bis achtwöchigen Ausstellungsdauer das Interesse des Publikums durch solche Veranstaltungen wachhalten. Im kleinen, gemütlichen, fast familiären Rahmen Einblicke geben, miteinander ins Gespräch kommen, zu Fragen Antworten erhalten, wie Vereinsvorsitzende Angelika Schulze-Mühlpforte zur Begrüßung sagte. Für diese Atmosphäre hatten Mitglieder Stühle aus der Schlosskirche in die Galerie getragen, davor Gartentische bzw. -stühle aufgebaut und hübsch dekoriert, Kuchen gebacken, Kaffee gekauft ...
Wer die Einladung der Fördergesellschaft angenommen hatte, dem erschloss sich nicht nur die Leidenschaft des Fredersdorfer Sammlers für die Geschichte, die Bauten und die Landschaft der Mark. Das Publikum konnte sich anhand der von Gudzinski ausgewählten Bücher und Zitate selbst ein vielschichtiges Bild der Mark Brandenburg machen. "Überaus interessant", teils neu und vor allem "identitätsstiftend", befand ein Paar, das aus Reichenwalde angereist war, nach der Lesung.
Die Spanne reichte von Juli Zehs "Unterleuten" und ihrem Kulturkampf in einem zerrissenen brandenburgischen Dorf von heute bis tief hinein in die Geschichte der Mark, wie sie die Pfarrer und Chronisten Nikolaus Leutinger aus Altlandsberg und Alexander Giertz aus Petershagen beschrieben und festhielten. Von Günther de Bruyns "Mein Brandenburg" über die Wanderungen Theodor Fontanes (besonders viele Lacher gab es für dessen Buckow-Beschreibung) bis zu den verschiedensten Ausführungen zum großen Gartengestalter Peter Josef Lenné oder dem Gartenarchitekten Hermann Ludwig Heinrich von Pückler schlug Gudzinski den Bogen.
In so konzentrierter Form, zu einem ganz speziellen Thema und in der Zeitspanne von einer Stunde indes war die Aufmerksamkeit des Publikums gefordert. In jedem Fall aber konnte man mit einem neuen Blick auf die brandenburgische Region und vielleicht auch mit mancher Anregung zum Lesen heimgehen.
Textquelle: Gabriele Rataj
Datum: 29.05.2026
Aufgestapelt: Zunächst in und später auf der Kiste wartete allerhand Literarisches auf den Einsatz.
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Frisch gebacken: Mitglieder der Fördergesellschaft hatten vorgesorgt.
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktionsbüro reisereste.de
Gabriele Rataj
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