weibliche Wiesenweihe
© Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg
Wiesenweihe im Raum Müncheberg
Erfolg für den Artenschutz: Seltene Wiesenweihe brütete erfolgreich im Raum Müncheberg
Ein besonderer Erfolg für den Artenschutz im Osten Brandenburgs:
Das Ranger-Team der Naturwacht im Naturpark Märkische Schweiz hat gemeinsam mit dem Verein Wiesenweihen- und Naturschutz Nordostdeutschland e.V. in der Brutsaison 2026 gleich fünf Brutplätze der seltenen Wiesenweihe im Raum Müncheberg entdeckt und erfolgreich Maßnahmen zu deren Schutz ergriffen.
Dadurch konnten die seltenen Greifvögel in der Region insgesamt sieben Jungvögel erfolgreich großziehen. Die Wiesenweihe zählt zu den seltensten Greifvögeln Brandenburgs. Entgegen der meisten anderen Greifvogelarten brütet sie nicht auf Bäumen, sondern legt ihre Nester direkt am Boden an, häufig in Getreidefeldern. Dadurch sind Eier und Jungvögel besonders gefährdet. Ohne rechtzeitige Schutzmaßnahmen können landwirtschaftliche Arbeiten oder Raubsäuger wie Füchse oder Waschbären ganze Bruten vernichten.
Nach der Entdeckung der Brutplätze stimmte das Ranger-Team das Vorgehen eng mit dem Schutzverein für Wiesenweihen, den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Märkisch-Oderland und Oder-Spree und den örtlichen Landwirtschaftsbetrieben ab. Die Nester wurden auf etwa 50 mal 50 Metern mit Elektrozäunen gegen Füchse und andere Beutegreifer geschützt. Zudem sparten die Landwirte die Nestbereiche bei der Mahd und Ernte aus, bis die Jungvögel flügge waren.
Für den Aufwand und den Ernteausfall erhielten sie über die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg eine Entschädigung.
Der gemeinsame Einsatz zahlte sich aus: Von fünf begonnenen Bruten waren drei erfolgreich. Insgesamt konnten sieben junge Wiesenweihen aufwachsen und ihre Nester verlassen. Kurz vor dem Ausfliegen wurden die Jungvögel beringt. Die Ringe ermöglichen es Fachleuten, die Bestandsentwicklung und die Wanderungen der seltenen Greifvögel langfristig nachzuverfolgen, wenn die Tiere andernorts gesichtet werden.
„Jede erfolgreiche Brut ist für den Erhalt dieser seltenen Art von großer Bedeutung“, sagt Ranger Oliver Büxler. „Die Wiesenweihe ist auf unsere Unterstützung angewiesen, weil sie ihre Nester häufig dort anlegt, wo landwirtschaftliche Nutzung und Vogelschutz kollidieren.“ Der Erfolg zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirtschaft und ehrenamtlichem Engagement für den Erhalt gefährdeter Arten ist. Die Naturwacht im Naturpark Märkische Schweiz und ihre Partner wollen ihre Schutzmaßnahmen auch in den kommenden Jahren fortsetzen und mögliche Brutplätze der Wiesenweihe wieder überwachen und sichern.
Naturwacht Brandenburg
Die Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 Jahren in 15 Großschutzgebieten erfolgreich in der Mittlerrolle zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – erfassen sie Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Zudem setzen sie zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse an Natur- und Umweltschutz.
Rund 350 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de
Textquelle: Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg / Henriette Worms
Datum: 10.11.2026
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Film- und Fernsehproduktion Rätzel
Stephan Rätzel
Redaktion
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