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© Steffen Herre

Novemberwochenende

mit ungewöhnlichen Geschichten

Der November ist da. Aber wer deshalb gleich auf dem Sofa bleibt, verpasst am Wochenende einiges. In Märkisch-Oderland geht es diesmal unter alte Klostermauern, in einen Atombunker, zu besonderen Geschichten aus dem Oderbruch und sogar zurück in die Anfangszeit des Horrorfilms. Und ein bisschen Musik darf natürlich auch nicht fehlen ;-)

Schon am Freitagabend wird es in Altlandsberg ziemlich ungewöhnlich. In der Schlosskirche beginnt um 19:30 Uhr eine Aufführung des Stummfilmklassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ aus dem Jahr 1920. Der Film gehört zu den bedeutenden Werken des expressionistischen Kinos und bekommt an diesem Abend eine ganz eigene musikalische Begleitung. Richard Siedhoff interpretiert die Geschichte live am Klavier und mit elektronischen Klängen neu.

Am Samstag führt einer der interessantesten Ausflüge nach Garzau. Dort beginnt um 11:15 Uhr eine Führung durch den ehemaligen Atombunker. Das Bauwerk ist ein Relikt des Kalten Krieges und erinnert an eine Zeit, in der sich zwei politische Systeme hochgerüstet gegenüberstanden. Heute lässt sich an solchen Orten ein Stück Geschichte entdecken, das jahrzehntelang möglichst unsichtbar bleiben sollte. In Altranft beschäftigt sich das Oderbruch Museum am Samstag mit einem Thema, das kaum aktueller sein könnte: Energie. Von 11:00 bis 17:00 Uhr steht ein besonderer Programmtag auf dem Plan. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von Menschen aus dem Oderbruch mit Windkraft, Photovoltaik und der Energiewende. Rund 25 Menschen wurden dazu befragt. Ihre Geschichten erzählen von Hoffnungen, Konflikten und ganz persönlichen Sichtweisen.

Um 14:00 Uhr werden fotografische Arbeiten von Michael Schreiber vorgestellt, die sich mit verlassenen Häusern und dem Wandel der Landschaft beschäftigen. Von 12:00 bis 16:00 Uhr gibt es außerdem eine offene Werkstatt, in der Kinder und Erwachsene mit kleinen Experimenten und einer Wärmebildkamera dem Thema Energie auf die Spur kommen können. Die musikalische Lesung zum Jahresthema wird bereits am Freitag um 19:00 Uhr im Schlosskeller aufgeführt und am Samstag um 11:00 Uhr wiederholt.

Wer den Samstagnachmittag lieber mit einer Taschenlampe verbringt, kann zum Kloster Chorin fahren. Dort beginnt um 16:00 Uhr die erste Funzelführung der neuen Wintersaison. Eine Stunde lang geht es im Schein von Taschenlampen durch die alte Klosteranlage. Dabei werden kleine Details sichtbar, die man bei Tageslicht leicht übersieht: alte Zeichen im Mauerwerk, versteckte Spuren und Besonderheiten der jahrhundertealten Backsteinarchitektur. Die Führung kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, und wird für Besucher ab zwölf Jahren empfohlen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Wer keine eigene Taschenlampe besitzt, kann sich vor Ort eine ausleihen.

Am Samstagabend darf es dann auch etwas lauter werden. In Seelow beginnt um 21:00 Uhr im Kreiskulturhaus die Oldschool-Party. DJ Flocki, die Ruuuderboyz und Gebrüder L bringen alte Clubklassiker und neuere elektronische Musik zusammen. Karten kosten im Vorverkauf 12 Euro, an der Abendkasse 15 Euro. Wer also ordentlich tanzen möchte, bekommt Gelegenheit dazu.

Am Sonntag geht es wieder hinaus in die Natur. In Altfriedland lädt der Verein Langes Haus um 13:00 Uhr zur Saison-Abschlusswanderung ein. Treffpunkt ist das Lange Haus in der Fischerstraße 21. Anschließend soll der Nachmittag am Dorfbackofen ausklingen. Gerade im November hat die Landschaft rund um die Altfriedländer Teiche ihren eigenen Reiz. Die Bäume werden kahler, die Wege ruhiger und die Natur bereitet sich langsam auf den Winter vor. Und ein duftender Dorfbackofen ist nach einem Herbstspaziergang ohnehin keine so schlechte Idee.

Wer den Sonntag lieber spielerisch verbringt, findet in Petershagen-Eggersdorf eine Alternative. Dort beginnt um 10:00 Uhr „Stadt-Land-Spielt“. Brettspiele, Tabletop und Rollenspiele stehen im Mittelpunkt. Eine Gelegenheit, gemeinsam Neues auszuprobieren und vielleicht auch mal wieder festzustellen, dass ein Spieleabend auch mal ganz ohne Bildschirm funktionieren kann. Einen ernsteren Abschluss hingegen bietet das Theater am Rand in Zollbrücke. Am Sonntag um 16:00 Uhr steht die szenische Lesung „Sie waren neun. Der Weg in die Freiheit“ auf dem Programm. Regie führt Thomas Rühmann. Die Vorstellung ist nach aktuellem Stand bereits ausverkauft.

Alle Highlights und Termin finden Sie in unserem gut sortierten Eventkalender.

Viel Spaß am Wochenende wünscht die Redaktion.

Datum: 06.11.2026




Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur

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