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Schlosskirche Altlandsberg: ein würdiger Rahmen für festliche Anlässe wie den 1. Schlossball

Schlosskirche Altlandsberg: ein würdiger Rahmen für festliche Anlässe wie den 1. Schlossball
© Gabriele Rataj

Gelungene Premiere

Am Vorabend des Tages der Einheit hat eine festliche Benefizveranstaltung Menschen aus der Stadt und Umgebung in die Schlosskirche geführt: der 1. Schlossball.

Altlandsberg. An festlichem Ambiente hat es der 1. Charity-Ball der Fördergesellschaft Schlossgut in der Schlosskirche nicht fehlen lassen. Die silbernen fünfarmigen Kerzenleuchter auf stilvoll eingedeckten runden Tischen spiegelten sich vielfach in Wasser-, Wein- oder Sektgläsern und strahlten mit den Prismen am Kronleuchter um die Wette. Bis ins kleinste Detail hatten der Vereinsvorstand mit Angelika Schulze-Mühlpforte an der Spitze samt Familienangehörigen, Mitgliedern und Helfern die Benefizveranstaltung vorbereitet.
Von der persönlichen Einladung an städtische Gewerbetreibende, Honoratioren und Spender über das Begrüßungsgetränk am Eingang, Dinner und Musik bis hin zur Dankes-Rolle mit einem Fördergesellschaft-Schlossgut-Schlüsselanhänger beim Verlassen des Balls war wohl an alles gedacht. Man wolle zeigen, was man im Ehrenamt als Fördergesellschaft tut, um das Schlossgut noch besuchenswerter und Geschichte erlebbar zu machen, in diesem Sinne Netzwerke fördern und natürlich auch Spenden für künftige Projekte einwerben, hieß es dazu im Vorfeld. Will sich die Fördergesellschaft doch zugleich als Multiplikator und Mittler zwischen dem Schlossgut und den Menschen in der Stadt mit ihren sechs Ortsteilen verstanden wissen.
Die jungen Petershagener Musiktalente Maddox (12) und Miles (10) Marsollek an Piano und Geige eröffneten den stimmungsvollen Abend. Für die konzentriert bis furios gespielten Musikstücke ernteten die Brüder Beifall und Bravo-Rufe. Applaus gab es auch nach der umfangreichen Wort- und Bild-Präsentation bisheriger Aktivitäten der Fördergesellschaft, die sich in mehr als einem Jahrzehnt auf rund 120.000 Euro beziffern lassen. Der nicht mehr amtierende langjährige Vorsitzende Detlef Börold hätte zu jedem einzelnen Projekt Geschichten und Anekdoten erzählen können.
Ob es sich dabei um Kronleuchter, Läutewerk der einzig verbliebenen Glocke im Turm, um Bilder im Brau- und Brennhaus, Bühnenzelt, Bildschirm in der Stadtinfo, das Schlossmodell auf dem Ehrenhof, um Gartenbestuhlung, Pflanzkästen und Baumbank im Domänenhof handelt oder um das Sichtbarmachen des Altlandsberger Münzschatzes am Fundort sowie das Ausstatten von Schlossterrasse und Lustgarten mit weißen bzw. grünen Bänken – immer brauchte es dazu Geld, brauchte es Menschen, die bereitwillig ihr Herz und Portmonee für Spenden öffneten, aber eben auch jene, die solches in die Wege leiten, Ideen verfolgen, freiwillig viel Zeit opfern und selbst anpacken. Erst als Resultat beider Seiten konnte bisher so viel gemeinsam bewirkt werden.
Nicht genug damit, denn der Blick auf laufende bzw. geplante Projekte stand noch aus, selbst wenn dem einen oder anderen an der Stelle das Programm schon etwas zu redelastig war. Kein Magen musste indes knurren. Die Vorspeisen waren bereits am Tisch platziert. Angelika Schulze-Mühlpforte und Roman Glöckner vom Vorstand stellten vor, was seit der Neuwahl in Angriff genommenen wurde. Da ist die bereits sichtbare begonnene Wimpelaktion, mit der man nicht nur die Ortsteile ver- und einbinden, sondern bis zur 800-Jahr-Feier der Stadt 2030 auch die längste Wimpelkette Deutschlands verknüpft haben will. Da ist der Online-Guide, mit dem Besucher unkompliziert durch das Schlossgut spazieren und an zahlreichen Stationen Informationen erhalten können. Da sind nunmehr auch für schwerere E-Bikes geeignete Fahrradständer zu nennen und das noch junge Angebot zum Boule-Spielen sonntags im Lustgarten.
Eine umfangreichere Wiederholung, das offerierten die beiden Fördergesellschafts-Vertreter, sei für die Einladung an die Modellbahn-Anlage angesagt. Die Premiere war bei Familien mit Kindern auf freudige Resonanz gestoßen. Arbeitseinsätze zum Aufbauen der Bänke im Frühling, bei deren Winterfestmachung im Herbst oder beim Heckenverschneiden gemeinsam mit Mitarbeitern der Schlossgut GmbH und dem Verein midria zählen ebenso zum aktuellen Agieren. So wie auch die monatlichen Schlossgut-Führungen oder der Betrieb der Galerie in der Orangerie.
Jetzt visieren die Mitglieder die Pflanzaktion Frühjahrsblüher á la Barockgarten an. Das Projekt liegt vor, geschätzte Materialkosten 5500 Euro. Eine Firma damit zu beauftragen, würde ein Mehrfaches kosten, sodass erneut Eigenleistungen gefordert sind. "Dazu möchten wir auch Jugendliche vom Schulcampus heranziehen", schaute die Vereinsvorsitzende voraus. Mit Augenzwinkern, denn natürlich erhofft sich die Fördergesellschaft wiederum Unterstützung durch Spender. Es müssten keineswegs nur große Summen sein, "auch kleine Schritte bringen uns weiter", formulierte es der Moderator des Abends Andreas Schulze.
Er gab auch die Auflassung zum tischweisen Herantreten an das Abendbuffet – eine sehr stilvolle Variante anstelle langer Warteschlangen - und noch nicht das Finale kulinarischer Versuchungen. Doch bevor die Ballgäste endlich das Tanzbein schwingen durften und auch der Bürgermeister nach seinem Termin bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bruchmühle eingetroffen war, erhielt der Nachfahre des einstigen Altlandsberger Schlossherren das Wort in einer Video-Botschaft.
Selbst Mitglied in der Fördergesellschaft, stehe er hier als Urururururur-Enkel Otto von Schwerins, grüßte Detlef Graf von Schwerin von der Leinwand herab aus Bülowssiege in der Uckermark. Es sei eine fabelhafte Idee, einen solchen Ball auszurichten, befand er. Sein Urahn hätte sicher Freude daran, zu sehen, was mittlerweile wieder entstanden sei und wie alter Kulturraum neu genutzt würde. Altlandsberg könne so ein Zeichen setzen.

Textquelle: Gabriele Rataj

Datum: 04.10.2026


Hintergrund für die Charity-Veranstaltung: Projekte der Fördergesellschaft für das Schlossgut

Hintergrund für die Charity-Veranstaltung: Projekte der Fördergesellschaft für das Schlossgut
© Gabriele Rataj

Video-Grußwort von der Leinwand: Detlef Graf von Schwerin, Nachfahre des einst segensreich in der Stadt wirkenden Otto von Schwerin

Video-Grußwort von der Leinwand: Detlef Graf von Schwerin, Nachfahre des einst segensreich in der Stadt wirkenden Otto von Schwerin
© Gabriele Rataj



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktionsbüro reisereste.de
Gabriele Rataj
Redakteurin

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