News Dienstleister

Lea Born, Katharine Wicht, Friedhofsverwalter Henry Arlt und  Fabian Grüning

Lea Born, Katharine Wicht, Friedhofsverwalter Henry Arlt und Fabian Grüning
© Edgar Nemschok

Dass jemand gelebt hat, sollte man sehen

Ideen für eine moderne Friedhofskultur

Das Leben ist endlich. Es ist zu Ende gegangen. Was tun? Da gibt es heutzutage auch die Möglichkeit, seine Lieben anonym zu bestatten. Ein Stück Wiese und ein Namensschild an einer Stele sind inzwischen oft das Einzige, was an die Verstorbenen erinnert. „Bloß keine individuelle Grabstätte, die zudem noch gepflegt werden müsse“, heißt es dazu, denn viele Verwandte oder Freunde wohnen weitab oder haben gar nicht die Möglichkeit, sich um die letzte Ruhestätte zu kümmern.

„Da fallen mir noch mehr Sprüche ein“, sagt Katharine Wicht, die unter anderem für die Pflege und Wartung der Grabstätten und der Anlagen auf dem evangelischen Friedhof St. Marien in Strausberg zuständig ist. „Aber da bleiben meist keine persönlichen Erinnerungen, wieso also anonym bestatten? Das macht das Leben wertlos“, so empfindet sie, „dass jemand gelebt hat, sollte man doch irgendwie sehen.“ Täglich kämen Menschen auf den Friedhof und schauten sich um. „Ach, sieh mal da, das war mein Nachbar“, heißt es dann. Oder „wir sind zusammen in der Schule gewesen.“ „Mit dem hier habe ich Fußball gespielt!“.

„Das zeigt eine Gemeinschaft im vergangenen Leben“, sagt Katharine Wicht, „warum diese nicht auch nach dem Leben bewahren und auch zeigen?“ Auf dem Friedhof sind ihre Mitarbeiter einen wichtigen Schritt dafür vorangegangen.

Es geht ihnen darum, die Friedhofskultur zu erhalten und sie der neuen Zeit anzupassen. Und es sollte bezahlbar für die Hinterbliebenen sein! Die neuen Anlagen, deren Kosten gedrittelt – Erstbelegung, Urne, Grabpflege durch den Friedhof, Grabdenkmäler vom Steinmetz – sind, glänzen durch Klarheit und übersichtliche Struktur, sie werden durch ein harmonisches Pflanzbild und niveauvolle Denkmäler vom Steinmetz (die von den Angehörigen beauftragt und bezahlt werden) geprägt.

Gegenüber der Friedhofskapelle sind erste angelegte Beispiele dafür zu sehen. Auf aufgelassenen Grabstellen wurden von der Gärtnerbrigade Fabian Grüning, Lea Born, Andreas Wicht und Katharine Wicht – außerhalb ihrer täglichen Dienstaufgaben – die neuen und ansprechenden Varianten entworfen und umgesetzt.

Datum: 21.08.2026


© Edgar Nemschok

Andreas Wicht

Andreas Wicht
© Edgar Nemschok



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktionsbüro reisereste.de
Edgar Nemschok
Redakteur

Zurück

^