© www.naturwacht.de
Zwölf besetzte Nester und rund 30 Jungvögel
Bruterfolg in Waldsieversdorf & Naturwacht berät zum Schutz von Mehlschwalben
Waldsieversdorf: Zwölf besetzte Nester und rund 30 Jungvögel: Über diesen Bruterfolg der Mehlschwalben konnte sich die Naturwacht Märkische Schweiz kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin an einem Wohnhaus in Waldsieversdorf freuen.
Dort setzt sich Familie Naujoks seit vielen Jahren für die geschützten Zugvögel ein und leistet am eigenen Haus einen wichtigen Beitrag zum Erhalt wertvoller und mittlerweile seltener Brutplätze.
Als vor einigen Jahren die Mehlschwalben Interesse an dem Gebäude zeigten, unterstützte Familie Naujocks die Ansiedlung mit Kunstnestern. Mit Erfolg: Inzwischen sind alle zwölf Nester besetzt. Damit die Bedingungen für die Tiere möglichst gut bleiben, werden die Nester nach der Brutsaison regelmäßig gereinigt. Dies dient unter anderem dazu, den Befall mit Parasiten wie der Schwalbenlausfliege zu reduzieren.
Für Gisela und Bernd Naujoks gehören Schwalben als Glückvögel zum traditionellen Ortsbild im Sommer. Das jährliche Wiedersehen mit den Tieren und der erfolgreiche Nachwuchs sorgen bei Ihnen jedes Jahr aufs Neue für Freude. Solches Engagement wird auch vom NABU gewürdigt, der schwalbenfreundliche Häuser mit einer Plakette auszeichnet.
„Mitunter ist bei der Ansiedlung von den sehr standorttreuen Mehlschwalben viel Geduld gefragt. Das zeigt ein Beispiel in der Nachbarschaft. Dort vergingen zwölf Jahre, bevor die Schwalben die acht installierten Kunstnester annahmen. Wenn sie aber einmal da sind, kommen sie in aller Regel wieder“, erklärt Ranger Oliver Büxler. Der Naturwächter und Ornithologe berät Hausbesitzer beim Thema Schwalbenschutz und tauscht sich regelmäßig mit ihnen zum Bruterfolg aus.
Über acht besetzte Nester an ihrem Ostgiebel freuen sich Johanna Wirth und Sven-Åge Schnabel inzwischen jedes Jahr. „Manchmal muss man dem Glück etwas auf die Sprünge helfen und manchmal braucht das Glück eben auch zwölf Jahre Zeit“, sagt Johanna Wirth.
Die Naturwacht begrüßt dieses Engagement ausdrücklich und steht bei Fragen rund um Artenschutz beratend zur Seite. Allerdings lässt sich ein solcher Erfolg nicht beliebig nachahmen. Das Anbringen von Kunstnestern allein garantiert daher noch keine Ansiedlung. Wichtige Voraussetzungen sind ein geeigneter Standort mit ausreichend freiem Anflug zu den Nestern. In manchen Fällen kann zu Beginn auch das zeitweise Abspielen von Schwalbenrufen über Lautsprecher helfen, die Flugakrobaten für den Niststandort zu begeistern. Dennoch braucht es oft Geduld, bis ein Standort angenommen wird. Auch wird es immer schwieriger für die Schwalben Pfützen mit lehmhaltigem Baumaterial zu finden. „Immer häufiger fehlt der Regen zur Brutzeit und damit fehlen auch die Pützen. Zudem werden viele Wege betoniert oder Flächen versiegelt und es wird damit schwerer für die Tiere an Baumaterial zu kommen. Wer den Schwalben helfen will, lässt sie bei sich brüten, bringt Kunstnester an oder hält Lehmpfützen bereit“, erklärt Ranger Oliver Büxler.
Hintergrund Naturwacht Brandenburg
Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in den 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes und füllen das Motto „Mittler*innen zwischen Mensch und Natur“ mit Leben. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region.
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse an Natur- und Umweltschutz.
Mehr als 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de
Textquelle: Rangerin Henriette Worms
Datum: 10.07.2026
© www.naturwacht.de
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Film- und Fernsehproduktion Rätzel
Stephan Rätzel
Redaktion
Tel.: 033 456 72 19 89
