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Bürgerdelegation aus Hohenschönhausen beim Besuch des Ateliers von Wolfgang Stübner

Bürgerdelegation aus Hohenschönhausen beim Besuch des Ateliers von Wolfgang Stübner
© Gabriele Rataj

Kirschblüten und Kettensägen

Was hat das 20. Internationale Bildhauerpleinair im Wilkendorfer Skulpturenpark mit dem Kirschblütenfest in Berlin Hohenschönhausen zu tun? Das Verbindende ist nicht nur das Datum, sondern auch ein Name.

Gielsdorf. Der 24. April 2026 ist für Bildhauer Wolfgang Stübner ein besonderer Tag. An diesem Freitag startet nicht allein das 20. von ihm organisierte Internationale Bildhauerpleinair im Skulpturenpark Wilkendorf.
Freude und Genugtuung dürften ihn auch beim gleichzeitig stattfindenden Kirschblütenfest in Hohenschönhausen erfüllen. Dort findet nämlich am Nachmittag gegen 16 Uhr die Wiedereinweihung des Japanischen Tores statt – „Made from Stübner“ vor gut 30 Jahren und „Restauriert by Stübner“ nach drei Jahrzehnten.
Dieses zentrale Element inmitten strahlenförmig angepflanzter Zierkirschen soll ein Symbol des Friedens und der Sonne darstellen. Es sei 1995 ein Geschenk der japanischen Botschaft aus Anlass der deutschen Wiedervereinigung gewesen, erinnert sich Wolfgang Stübner an seinen damaligen Auftrag. Dass die dicken Eichenbohlen die vielen Jahre nicht ganz unbeschadet überstanden hatten, war engagierten Bürgern aus dem Hohenschönhausener Kiez nicht entgangen. Ihrem steten Drängen (schon seit 2016 sei der Kontakt zu ihm nie ganz abgerissen, so Stübner) war der Auftrag zur Restauration schließlich zu verdanken. Trotz des teils sehr desolaten Zustands des Objektes und damit verbundenem großem Arbeitsaufwand ist es dem Wilkendorfer gelungen, das Japanische Tor bis zum Fest fertig- und bereits mit Blick in die Wartenberger Feldflur aufzustellen. Im Beisein von Gästen aus Japan soll das Friedenssymbol übergeben werden.
Um sich Einblick in die Arbeit der Künstler mit dem Material Holz zu verschaffen, braucht der Interessierte indes nicht bis nach Hohenschönhausen zu fahren. Am 24. April beginnt im Wilkendorfer Skulpturenpark, vor unserer Haustür, eine traditions- und schaffensreiche Woche: das Internationale Bildhauerpleinair. Es habe Familienrat gegeben, gesteht Wolfgang Stübner, ob man dieses 20. Treffen noch organisieren soll. Man selbst sei älter, die Bedingungen seien mit den Jahren ebenfalls immer schwieriger geworden. „Die Kinder haben angeboten, Urlaub zu nehmen“, erzählt Stübner. Eventuell käme auch von der bundtStift-Schule Hilfe. Das Budget sei zwar schmal, die Materialbeschaffung werde nicht einfacher, aber es gebe tolle Menschen in der Region, die das kleine Kunstfestival seit Anbeginn mit Sponsoring unterstützten. „Ohne sie wäre es nicht möglich.“
Nicht zuletzt hatten besonders treue Künstler immer wieder angefragt. Diese acht Frauen und Männer aus Österreich, Bulgarien, Ungarn, Polen, der Türkei und Deutschland werfen jetzt bis zum 1. Mai die Kettensägen an und ihrer Fantasie freien Lauf. Täglich zwischen 10 und 16 Uhr kann ihnen dabei gern zugesehen werden. So werden zu den bislang 200 entstandenen Skulpturen neue Objekte hinzukommen.

Textquelle: Gabriele Rataj

Datum: 24.04.2026


Restauriert nach 30 Jahren: das Japanische Tor

Restauriert nach 30 Jahren: das Japanische Tor
© Gabriele Rataj

Vom desolaten Zustand des Tores zeugt ein Blick ins Innere eines der Balken.

Vom desolaten Zustand des Tores zeugt ein Blick ins Innere eines der Balken.
© Gabriele Rataj



Dieser Artikel wurde erstellt durch:

Redaktionsbüro reisereste.de
Gabriele Rataj
Redakteurin

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