Die Skisprunglegende Helmut Recknagel übergibt den Pokal an den wiedergewählten 1. Vorsitzenden Dieter Bosse (links) und Schatzmeister Günther Lüdecke (rechts
© Günter Grützner
Helmut Recknagel übergibt seinen Pokal
von der Vier-Schanzen-Tournee 1958/59 an den WSV 1923 Bad Freienwalde e.V.
Vor fast genau 25 Jahren gründete sich der Wintersportverein Freienwalde unter neuem Namen – aber alter Zielsetzung – neu. Fortan bestimmt der Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde e.V., wie er jetzt heißt, das sportliche Geschehen in der Kurstadt entscheidend mit. Und so fiel die Bilanz, die der 1. Vorsitzende des Vereins, Dieter Bosse, auf der Wahlversammlung ziehen konnte, auch wieder positiv aus. Sportlich mischt der deutschlandweit gesehene kleine Verein, der ja gleichzeitig den Landesskiverband Brandenburg in den nordischen Disziplinen darstellt, in Deutschland und auch international inzwischen kräftig mit. Erstmals sprang in der Saison 2025/26 Max Unglaube bei der Vier-Schanzen-Tournee. Alvine Holz startete bereits zum zweiten Mal bei der Two-Nights-Tour. Und nach Alvine vor zwei Jahren ist in dieser Saison auch Max Deutschlands bester Skisspringer bei den Junioren geworden. Auch Moritz Terei und Florian Fechner und zuletzt auch Mila Twarok sind inzwischen im internationalen Wettkampfgeschehen bekannte Namen aus Bad Freienwalde. National im Nachwuchsbereich konnten beim Deutschen Schülerpokal erstmals acht WSVler an den Start gehen und gute Leistungen zeigen. In Brandenburg gibt es einen Verein, in Sachsen, Thüringen, Bayern usw. sind es viele; und diese Landesverbände haben auch nur ungefähr 15 Sportlerinnen und Sportlern am Start.
Und nicht zu vergessen, von der neuen mobilen Schanze sind in den ersten Monaten der Nutzung schon fast 1.000 Kinder das erste Mal mit Skiern gesprungen!
Ob dieser Erfolge konnten die Vizepräsidentin des Landessportbundes und stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbundes, Kristy Augustin, und der Vizepräsident des Landesskiverbandes, Dr. Gunter Frenzel, die Gelegenheit auch nutzen, um besonders verdienstvolle Mitglieder des WSV 1923 auszuzeichnen. Ingo Wiedmann erhielt die Ehrennadel des Kreissportbundes in Gold. Mit der Ehrennadel des Landesskiverbandes in Bronze wurden Mila Twarok und Florian Fechner ausgezeichnet. Die Ehrennadel des Landesskiverbandes in Silber bekamen Moritz Terei, Alvine Holz und Max Unglaube überreicht. Und schließlich wurden die verdienstvollen Unterstützer der wintersportlichen Entwicklung in Brandenburg Ulrich Wehling, Andreas Langer und Thomas Beutler mit der Ehrennadel des Landesskiverbandes in Gold geehrt.
Besonders viel Beifall bekam aber der inzwischen 89jährige Dr. Helmut Recknagel bei seiner Auszeichnung ebenfalls mit der Ehrennadel in Gold. Die Legende des Skispringens ist fast seit der Neugründung des WSV 1923 Mitglied in Bad Freienwalde. Drei Mal hat er 1958, 1959 und 1961 die Vier-Schanzen-Tournee gewonnen. 1960 in Squaw Valley wurde er Olympiasieger und Weltmeister und 1962 in Zakopane noch einmal Weltmeister. Sein größter Erfolg aber war – wie er immer betont - 1957 der Sieg auf dem Holmenkollen als 19jähriger. Dieser Sieg war der erste eines Nichtskandinaviers bei diesem Wettkampf in Norwegen.
Helmut Recknagel wurde nach Mathias Platzeck, Barbara Riechstein und Dieter Schäfer als Vierter zum Ehrenmitglied des WSV 1923 ernannt.
Aber Helmut Recknagel wäre nicht er selber, wenn er nicht auch für eine Überraschung sorgen würde. Und so hatte er den Ehrenpokal der Stadt Innsbruck im Gepäck, den er 1959 beim Bergisel-Springen während der Vier-Schanzen-Tournee gewonnen hatte, wo er übrigens auch der zweite Springer war, dem es gelang, drei Tageswertungen hintereinander für sich zu entscheiden. Er spendete diesen Pokal für eine Versteigerung zu Gunsten der Nachwuchsarbeit beim WSV 1923 Bad Freienwalde e.V. mit den Worten an den Schatzmeister, da können sie einen richtigen Preis dafür verlangen. Und so wird es dann auch sein. Der WSV 1923 wird den Pokal im Internet versteigern. Und vorgesehen ist, dass der Hammerschlag am 12.09.2026 beim Altstadtfest erfolgen soll. Vielleicht wird Helmut Recknagel dann seinen Pokal auch dem glücklichen Meistbietenden direkt übergeben können.
Der neue Vorstand des WSV 1923 Bad Freienwalde e.V.:
· 1. Vorsitzender: Dieter Bosse
· 2. Vorsitzender: Jens Schröter
· Schatzmeister: Günther Lüdecke
· Christian Knuth
· Nicola Lieber
· Rico Unglaube
· Mathias Bulicke
· Astrid Mulack
· Stefanie Linke
Günter Grützner
Textquelle: Günter Grützner
Datum: 20.04.2026
Das Objekt der Begierde: der Ehrenpreis der Stadt Innsbruck aus dem Jahr 1959
© Günter Grützner
Helmut Recknagel beim Autogramme-Schreiben
© Günter Grützner
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Andreas Prinz
Redaktion
Tel.: 0 33 41 / 49 99 99
