© Steffen Herre
Osterküken –
FROHE OSTERN
Zwischen Stall und Gras – oder auch: Wenn das Leben piept!
Es gibt diese Momente im Frühling, die sind klein. Und genau deshalb so groß. Ich mache ein paar Schritte über den Hof nahe Strausberg und freue mich, dass ich dabei sein darf..., hier noch ein Haufen Holz, da ein alter Zaun, irgendwo klappert Blech im Wind. Im Hintergrund zieht ein Traktor seine Spur über den Acker. Der Staub weht herüber und mit ihm die letzten Wintertage.
Und dann, fast daneben, passiert etwas völlig anderes. Ich vernehme ein leises Piepen im Gras.
Da hockt sie. Das Mutterhuhn. Ruhig, wachsam, mit diesem Blick, der alles sieht. Und um sie herum dieses kleine Durcheinander aus Leben. Küken. Gefleckt, gelb, weiß. Noch nicht ganz sicher, wohin mit sich. Eines schaut fast aus, wie ein Mini-Pinguin, ein anderes "stolziert" schon umher. Sie rennen los, bleiben stehen, vergessen scheinbar, warum sie losgerannt sind. Dann wieder zurück. Immer in Richtung Wärme.
Manche verschwinden fast komplett unter dem Gefieder. Andere stehen kurz alleine da, ducken sich ins Gras, werden stiller. Ohne die Mutter wirkt alles gleich ein bisschen verloren.
Warum Küken zu Ostern?
Weil sie genau das zeigen, was gerade überall passiert: Neubeginn. Leben, das einfach da ist. Ohne großen Plan. Früher war es das Ei als Symbol. Heute sind es auch diese kleinen, flauschigen Dinger, die es sichtbar machen. Und ja, diese Niedlichkeit hat ein kurzes Ablaufdatum. Ein paar Wochen vielleicht. Dann werden sie größer, eigenständiger, weniger tapsig.
Während einen Steinwurf weiter die Felder vorbereitet werden, läuft hier unten im Gras ein ganz eigenes Programm. Kleiner. Leiser. Aber irgendwie auch niedlicher. Manchmal braucht es nicht mehr als ein paar Küken, einen Moment in Gesellschaft und dieses leise Gefühl: Alles erwacht neu..
Ich trinke noch meinen Kaffee und sage leise Danke an die beiden, die mir diese Bilder ermöglicht haben. Während ich noch da stehe, wird es langsam ruhiger. Die Küken sammeln sich wieder. Eines nach dem anderen schiebt sich unter die Federn der Mama, sucht Wärme, verschwindet in der heubedeckten Ecke, die längst vorbereitet ist.
Am Ende ist nichts mehr zu sehen. Nur das Huhn. Ruhig und Wachsam. Und dieses sanft-schöne Gefühl bleibt: der Frühling zieht wieder durch unsere Höfe, Felder und Gärten – in den Weiten des Märkisch-Oderland.
Frohe Ostern und Zeit für Herzlichkeit wünscht Ihnen die Redaktion der MOL-Nachrichten, denn wenn Küken unter Mamas Flügeln verschwinden, kann man fast vergessen, dass draußen die Welt brodelt.
Und genau das macht diese Momente so kostbar.
Textquelle: Steffen Herre
Datum: 03.04.2026
© Steffen Herre
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Steffen Herre
Redakteur
