Übergabe vor dem historischen Bauwerk
© Dr. Uwe Schieferdecker BSG Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH
1,43 Millionen Euro
Förderbescheid für Rüdersdorf
Brandenburgs Bauminister übergibt Förderbescheid an Rüdersdorf
Detlef Tabbert, brandenburgischer Minister für Infrastruktur und Landesplanung, überreichte am 10. Februar 2026 einen symbolischen Scheck über 1,43 Millionen Euro Städtebauförderungsmittel an die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin, Jeanette Passow, für die Sanierung des Kulturhauses Rüdersdorf. Das Kulturhaus ist ein bedeutendes Architektur-Zeugnis im Stil der nationalen Tradition der 1950er Jahre.
Das Kulturhaus „Martin Andersen Nexö“ wurde ab 1954 für die Mitarbeitenden des VEB Zementwerke Rüdersdorf errichtet und gehört zu den besterhaltenen Kulturhäusern aus der Epoche der frühen DDR-Architektur. Architekt war Emil Leibold aus der Meisterwerkstatt der Deutschen Bauakademie Berlin.
Das Land Brandenburg stellt der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin weitere Zuwendungen aus den Programmen der Städtebauförderung „Lebendige Zentren“ und „Sozialer Zusammenhalt“ zur Verfügung. Zusammen mit dem kommunalen Mitleistungsanteil handelt es sich um einen Betrag von 2,145 Millionen Euro Fördermitteln. Empfangen wurde Bauminister Detelf Tabbert von Vertretern der Gemeinde, darunter neben Jeanette Passow der Abteilungsleiter Bau Marco Böttche und die Vorsitzende des Ortsentwicklungsausschusses Dr. Rita Nachtigall sowie Dr. Uwe Schieferdecker von der Sanierungsbeauftragten BSG.
„Rüdersdorf zeigt, dass Städtebauförderungsmittel sowohl dafür genutzt werden, die städtebauliche Struktur zu verbessern als auch einen positiven Beitrag zur sozialen und kulturellen Entwicklung zu leisten“ führte Detelf Tabbert aus. Er würdigte das Kulturhaus als wichtiges Wahrzeichen des Ortes und Denkmal von nationaler Bedeutung. Minister Tabbert betonte, dass der Bund die Zuwendungen für die Städtebauförderung ab dem Jahr 2025 erheblich aufstockt. Ungeachtet der schwierigen Haushaltslage wird das Land Brandenburg die bereitgestellten Bundesmittel komplementieren. „Nun ist es an den Kommunen, die Zuschüsse der Städtebauförderung mit kommunalen Eigenmitteln zu ergänzen“ unterstrich Detlef Tabbert.
Das Kulturhaus Rüdersdorf begeht in diesem Jahr das 70jährige Jubiläum seiner Fertigstellung im Jahr 1956. Der Löwenanteil der bereitgestellten Städtebauförderungsmittel wird in die denkmalgerechte Sanierung und brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes fließen. Die Planungsleistungen für die denkmalgerechte Sanierung erbringt die Arbeitsgemeinschaft aus 3PO Bopst Melan Architekten BDA PartGmbB, Potsdam, und Eilers Architekten BDA, Gröben.
Der Finanzierungsmix wird neben der Städtebauförderung und kommunalen Haushaltsmitteln durch Mittel der Denkmalpflege und einen Zuschuss des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ergänzt. Nach gegenwärtigem Stand werden für die Baumaßnahmen am Kulturhaus Baukosten von 12,7 Millionen Euro kalkuliert. Ohne die Unterstützung der Städtebauförderung und weitere Zuwendungen könnte die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin diese besondere Herausforderung nicht bewältigen.
Als erster Schritt wurden bereits das Mobiliar und die historischen Leuchten im Rahmen des Programms „National bedeutende Kulturdenkmale“ restauriert. Im März 2026 startet der zweite Bauabschnitt der Sanierung des Einzeldenkmals mit der Trockenlegung und Sanierung des Kellergeschosses. Im Umfeld des Kulturhauses werden aktuell alte Garagen abgebrochen. An ihrer Stelle wird in Zukunft vor Ort das am Kulturhaus auftretende Niederschlagswasser in einer grünen Mulde versickert.
Die BSG begleitet die Gemeinde Rüdersdorf als Programmbeauftragte im Rahmen der Sanierung des Kulturhauses bei der Beantragung von Fördermitteln und der baufachlichen Prüfung des Fördervorhabens. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Beteiligung der Bürgerschaft, zum Beispiel im Rahmen des Tages der Städtebauförderung.
Datum: 11.02.2026
Scheck für stellv. Bürgermeisterin Jeanette Passow
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Redaktion MOL Nachrichten
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