Er führte durch das Programm
© Edgar Nemschok
Große Show des TSC Strausberg
Die Entwicklung des Vereins ist längst noch nicht zu Ende
Es ist großartig, was dieser Verein aus Strausberg anbieten kann! Die Turngala 2026 des TSC war gespickt mit sportlichen Höchstleistungen. In der gesamten Show traten, inklusive zahlreicher Helfer, weit mehr als 200 Teilnehmer in der Petershagener Giebelseehalle auf. Mit dabei waren auch die Jüngsten des Vereins mit knapp zwei Jahren. Viermal – zweimal am Samstag und Sonntag – wurde das Programm vor jeweils ausverkauftem Haus gezeigt. Die Turngala wird mit großem Aufwand alle zwei Jahre vom Turn- und Sportclub Strausberg aufgeführt.
Es war ein wahrer Kraftakt für alle, die beteiligt waren. „Wir sind nur die Helfer – das sogenannte Gerätekommando“, sagte Philipp Gronmeyer am Rande bescheiden. Doch viel Zeit zum Reden hatte er gar nicht, denn Peggy Spory rief schon von der Seite: „Weiter geht´s, wir brauchen die Matten.“
Martin Hermanowski, freute sich vor allem auf seine Riege. Der 40-Jährige trainiert die Acht- bis Elfjährigen im Verein. Am Samstagvormittag gab es die Generalprobe, und Hermanowski sagte mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht: „Da hatte nicht viel gepasst. Aber eine schlechte Generalprobe …“ Er sollte Recht behalten, denn seine Talente präsentierten einen glanzvollen Auftritt. Auch Philip Sorrer, er ist Trainer in der Turn-Talentschule, schaute genau hin, was seine Nachwuchssportler dem Publikum boten. „Diese Gala wird natürlich allen einen großen Motivationsschub geben. Jeder kann zeigen, was er gelernt hat.“
Für zwei Teilnehmer der Turngala war es ein besonderer Abend. Heiner Böhme ist 80 und sein Freund Boris Lindemann immerhin schon 83. Während Heiner Böhme doch ziemlich aufgeregt war, sagte sein Freund gelassen: „Das klappt schon!“. Sie turnten eine Übung am sogenannten Stützreck. Diese Routine hat er aus seiner Zeit, in der er selbst noch aktiver Leistungssportler war. Er war nicht nur Turner. Lindemann berichtet, dass er bei den Olympischen Spielen in München 1972 Hallensprecher bei den Turnwettkämpfen war. Auch Heiner Böhme hat eine kleine Geschichte parat. „Ich habe kürzlich meine alten Sportsachen wiedergefunden. Die trug ich zum Beispiel beim 4. Deutschen Turn- und Sportfest 1963 in Leipzig – damals vor etwa 100 000 Zuschauern. Was soll ich sagen, heute wiege ich 61 Kilogramm und die Sachen passen mir noch immer.“ Dabei zeigte er auf das Dynamo-Logo. Und tatsächlich hat alles geklappt, so dass sich die Freunde nach ihrer Übung abklatschten.
Auch für Andreas Minameyer war die Turngala etwas Besonderes. Gemeinsam mit seinen „Zeitwichteln“ Friederike Hirschmann und Mira Rommel führte er durchs Programm: „Eine Reise durch die Jahrhunderte mit dem TSC Strausberg“. Der Ausgang war, dass ein Dieb den Zeitschlüssel gestohlen hat. Den galt es mit einer Reise durch die Jahrhunderte wiederzufinden. So führte Mr. Floyd, wie er sich nannte, die Turner und das Publikum „Spielend durch die Jahrhunderte“. Es gab Treffen mit Wickie und den Wikingern, Fred Feuerstein und den Dinosauriern, einen Besuch im Mittelalter, einen Trip ins 19. Jahrhundert, Flowerpower in den 60ern und 70ern sowie eine Reise zurück zum Urknall. Alles war verbunden mit tollen Kostümen und immer wieder turnerischen Elementen an Geräten wie dem Schwebebalken, Barren oder Reck. Dazu gab es Tanz und Übungen am Boden. Es folgte ein Aufstieg zum Olymp zu den Göttern.
„So viel konnten wir gar nicht sehen, wir machen den Einlass“, bedauerten Beatrice und Marion Ulbrich. „Aber wir machen das sehr gern und werden bestimmt während beider Tage auch Gelegenheit bekommen, mehr zu sehen.“
Zu den ganz großen Höhepunkten gehörten sicherlich die Turnübungen von Jenny und Marie. Sie zeigten atemberaubende Luftakrobatik am Strapaten (Bänder, die an der Decke befestigt sind). Ebenfalls spektakulär waren auch die Auftritte der Trampolinsportler. Leiterin der Gruppe ist Nicole Ulitzsch. „Wir können gar nicht alles zeigen, denn die Halle ist nicht hoch genug.“ Bis zu vier Meter hoch flogen die Turner und zeigten Salti oder sogar Doppelsalti und sorgten bei den Zuschauern für viel Applaus. Der TSC ist weiterhin bekannt für seine Rhönradturner. Sie waren auch 2026 fester Bestandteil der Gala.
Aber wie ging es nun weiter mit der Reise durch die Jahrhunderte? „Zurück in die Zukunft“ hieß eine weitere Station, ehe Gladiatoren kämpften und schließlich an den Mauerfall im Jahre 1989 erinnert wurde. „Da war eine Mauer... Wir wollen nie wieder so etwas haben“, sangen alle im Chor. Der „Zeitschlüssel“ wurde tatsächlich wiedergefunden, so dass der TSC Strausberg zeigen konnte, dass seine Geschichte und Entwicklung längst noch nicht am Ende ist. Die Bilder mit der Eroberung des Weltalls leiteten schließlich das große Finale ein. Schöne Abschluss-Szenen gab es dann, als alle in der Mitte der Giebelseehalle sich und ihre Veranstaltung gemeinsam feierten.
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Datum: 26.01.2026
Zu Gast bei Fred Feuerstein und den Dinosauriern
© Edgar Nemschok
Boris Lindemann und Heiner Böhme (rechts)
© Edgar Nemschok
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktionsbüro reisereste.de
Edgar Nemschok
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