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© Evangelische Johanniter-Schulen Wriezen / Mathias Lillge

Auf den Tag genau - 100 Jahre später

Historischer Festakt / Ein Jahrhundert Schulstandort in der Freienwalder Straße in Wriezen

Am 16. Januar 2026 wurde auf Einladung der Stadt Wriezen gemeinsam mit den Evangelischen Johanniter-Schulen Wriezen das 100jährige Jubiläum des Schulstandortes in der Freienwalder Straße gefeiert. Auf den Tag genau vor einem Jahrhundert wurde dort die Städtische Knabenschule eingeweiht.
Eigentlich war es wie so oft in der Geschichte: Um Großes bewegen zu können, braucht es Menschen, die eine Vision haben, die andere für ihr Vorhaben gewinnen können und mit Mut, Willen und Durchsetzungsvermögen Bedenken begegnen können, die, dem Rotstift trotzend, Dinge auf den Weg bringen.
Ein solcher Mensch muss Herrmann Haase, von 1906 bis 1925 Bürgermeister der Stadt Wriezen, gewesen sein. „Das war ein Mann, der Grundsteine gelegt hat“, referierte Dr. Reinhard Schmook, Regionalhistoriker und Leiter des Bad Freienwalder Oderland-Museums, während seines Fachvortrags über die Geschichte der Wriezener Schulen seit der Reformation.
Auch die Grundsteinlegung der Knabenschule in der Freienwalder Straße am 26.11.1924 war Haases Verdienst. Gut fünfzehn Jahre vorher wurde bereits der Beschluss dazu gefasst. Aber die Zeit brauchte es, ehe die Stadt Wriezen die Gesamtinvestition in Höhe von rund 500.00 Reichsmark stemmen konnte. Nicht aus eigener finanzieller Kraft, denn ohne die 150.000 Reichsmark „Fördermittel“ der preußischen Regierung und einem umfänglichen Kredit wäre die Umsetzung möglicherweise gescheitert.

Der Museumsleiter entführte die zahlreichen Gäste in der voll besetzten Aula auf eine erfrischende Reise der Wriezener Schulgeschichte von der ersten Schulgründung im Jahre 1482 bis in die aktuelle Zeit.

Bewegender Moment – ein kurzer Film: Die Grundschüler Paul und Leni hatten gemeinsam mit Lehrerin Janin Greve ein Video gedreht. Sie hatten ihre Uroma Marianne Bläsing über ihre Schulzeit in der früheren Knabenschule kurz nach Kriegsende in der noch teilweise zerstörten Schule interviewt.

Bürgermeister Karsten Ilm zeigte sich froh, dass die Bildungslandschaft in Wriezen heute durch eine für Ostbrandenburg nicht gerade typische Vielfalt gekennzeichnet sei: Die Angebote der Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft würden auch heute in Wriezen alle Schulabschlüsse der Allgemeinbildung ermöglichen. „Ein starker Bildungsstandort kann eine gute Grundlage für einen starken Wirtschaftsstandort sein“, betonte Karsten Ilm.

Dass der Schulstandort in der Freienwalder Straße in den Jahren 2006/2007 nicht auf das Gleis der Geschichte geschoben wurde, ist letztlich auch der Verdienst von zwei Persönlichkeiten:
Wriezens ehemaliger Bürgermeister Uwe Siebert und der frühere Bundestagsabgeordnete (CDU) und Johanniter-Ritter Hans-Georg von der Marwitz machten sich stark, mit der Schulstiftung in der EKBO und dem Johanniterorden das „Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen“ zu gründen.
Dessen Gründungsschulleiter Michael Tiedje ließ es sich im Rahmen des Festaktes nicht nehmen, ein wenig über die ersten sehr bewegten Jahre der „neuen Schule“ in Wriezen zu berichten.

Inzwischen sind fast zwei Jahrzehnte ins Land gegangen und vieles hat sich entwickelt: Anbau von Rettungstreppe und Fahrstuhl, Ausbau von Küche und Mensa/Aula, Erneuerung großer Teile der technischen Gebäudeausstattung, Beseitigung statischer Mängel, Anpassung von Raumschnitten, komplette Einrichtung für die digitalen Anforderungen wie WLAN-Zugang in allen Räumen, Modernisierung der Sanitäreinrichtungen, Gründung von Grundschule und Hort …

Was bei der Gründung nicht absehbar war: Dass es so schnell eng werden würde; bereits im ersten Jahrfünft machte das Wort „Erweiterungsbau“ die heimliche Runde durch Schulflure, Lehrerzimmer und zahlreiche Gespräche. Aber wie in den zwanziger Jahren: Gar nicht so einfach! Interimslösungen mussten her – mit den beiden Containermodulen konnte die größte Raumnot gelindert werden.

„Es bedurfte immer wieder mutiger Entscheidungen, dass wir heute auf ein Jahrhundert Schulgeschichte zurückblicken dürfen“, betonte die seit 2017 berufene Schulleiterin Annette Hollitzer-Bennör. Eine solche mutige Entscheidung sei die der Schulstiftung in der EKBO gewesen, den Standort Wriezen nachhaltig und langfristig durch den Schulerweiterungsbau zu sichern. Der erste Bauabschnitt wird noch im Sommer 2026 der Grundschule zur Nutzung übergeben.

„Es schließt sich eine Lücke – nicht nur auf unserem Campus, sondern auch in der Stadt Wriezen“, so die Schulleiterin, „ich hoffe und wünsche mir, dass an diesem wunderbaren Schulstandort auch noch in den nächsten 100 Jahre gelernt werden kann“.

Textquelle: Evangelische Johanniter-Schulen Wriezen / Mathias Lillge

Datum: 20.01.2026


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Dieser Artikel wurde erstellt durch:

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Stephan Rätzel
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