Blick in die gut gefüllte Stadtkirche: Der Feldsteinbau ist das älteste Gebäude der Stadt.
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Farbenreicher Hörgenuss
Zu einem Sonderkonzert mit Studierenden der Musikschule Hanns Eisler hatte der Freundeskreis der Stadtkirche am Sonnabend nach Altlandsberg eingeladen.
Das war ein kleiner musikalischer Edelstein, den das Mauris-Ensemble am 5. Juli in der Feldsteinkirche präsentiert hat. In der Reihe „Junge Künstler stellen sich vor“ des Vereins Konzerte in Schlössern und Herrenhäusern der Mark Brandenburg waren eine Flötistin, ein Harfenist und ein Bratschist in das ehrwürdige Bauwerk gekommen und mit ihnen ein zahlreiches kundiges Publikum aus der nahen und weiteren Region. Hörgenuss war garantiert.
„Unser erster Mann an der Harfe“, schaute Vereinsvorsitzende Freya Kaulbars zur Begrüßung auf die 30-jährige Geschichte ihres Vereins zurück. 159 Konzerte sind in diesem Zeitraum organisiert worden, unter anderem 18 an Standorten in Märkisch-Oderland - so in den Schlössern in Neuhardenberg, Gusow, Wulkow, Trebnitz, Neuenhagen, im Kloster Altfriedland, der Komturei Lietzen und nun bereits zum dritten Mal in Altlandsberg. Sie selbst ist 83 und sucht dringend einen Nachfolger.
Nach der Schlosskirche 2015 und der Stadtkirche 2021 war diesmal indes ein kurzfristiger Ausfall des vorgesehenen Ensembles zu verbuchen. Dass das Trio der drei polnischen Musiker so schnell eingesprungen ist, hob die Vorsitzende mit besonderer Dankbarkeit hervor. Auch Konzertgäste bereuten diesen Ersatz nicht, wie später einige Nachfragen zeigten.
Die Ansagen vorab zum Programm versuchten die beiden männlichen Instrumentalisten sogar in Deutsch. Doch auch ohne Kenntnis der jeweiligen Komponisten war die teils für einige selbst ungewohnte Musik von Barock über Romantik bis in die Gegenwart (Tadeusz Paciorkiewicz, 1916-1998) ein interessanter schöner Ausflug. „Sehr farbenreich“, so die Altlandsberger Saxophonistin Carola Elßner, die an einem ihrer seltenen freien Sonnabende in der ersten Reihe zu finden war.
Sowohl die männlichen Instrumentalisten (beide Absolventen der Berliner Hanns-Eisler-Hochschule für Musik und weiterer) als auch die Flötistin waren auch alles andere als „heurige Hasen“. Soloflötistin des Krakauer Philharmonischen Orchesters, mehrfach ausgezeichneter Bratschist und Mitglied des Nationalen Symphonieorchesters des polnischen Rundfunks oder Preisträger zahlreicher Solo- und Kammermusikwettbewerbe als Harfenist konnte im Programmheft nachgelesen werden und war sehr harmonisch ebenfalls zu hören.
Alles machte neugierig auf das nächste Konzert des Vereins am 26. Juli in der Großen Orangerie auf Schloss Charlottenburg. Am selben Tag lädt indes auch der Freundeskreis Stadtkirche Altlandsberg zu seinem 3. Sommerkonzert mit italienischen Balladen und jazzigen Interpretationen wieder in die Stadtkirche ein. Dann aber wieder abends, nicht nachmittags.
Textquelle: Gabriele Rataj
Datum: 06.07.2025
Das Mauris-Ensemble mit Magdalena Di Blasi, Jan Czyzewski (Viola) und Adrian Nowak an der Harfe
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Gastronomische Sicherheit: Der Freundeskreis Stadtkirche – hier Petra Neumann und Bernd Schütze – ist mit Kaffee, Kuchen, Schmalzbrot und Getränken dabei.
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Dieser Artikel wurde erstellt durch:
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Gabriele Rataj
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