während der Podiumsdiskussion
© Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL
Glücklich vergessend in den Tod
Veranstaltung im Kino Buckow
Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL des Diakonischen Werkes Oderland-Spree e.V. veranstaltete am Donnerstag, den 19. Juni 2025 in den Buckower Parklichtspielen einen Kino Live Abend mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema Glücklich vergessend in den Tod. Gezeigt wurde der Film Über das Sterben in Freiheit“ von Monia Ben Larbi und Yvonne Hotz
Ist es möglich, Würde und Schönheit im Abschied zu sehen?
Nach diesem Abend werden viele der Besucher auf diese Frage mit „Ja, ist es.“ antworten.
In einer Welt, die sich so gerne im Glanz des Fortschritts sonnt, ist es eine seltene Kostbarkeit, wenn sich ein Abend mit der Dunkelheit beschäftigt – und dabei Licht schenkt. Genau das geschah am 19. Juni 2025 in den Parklichtspielen Buckow, wo „Glücklich vergessend in den Tod – Über das Sterben in Freiheit“ nicht nur das Publikum bewegte, sondern auch Maßstäbe setzte für das Erzählen vom Leben – und vom Abschiednehmen.
Ein stiller Triumph der Menschlichkeit – berührend, mutig und poetisch
Im Zentrum der Veranstaltung stand die bewegende Geschichte von Sabine Ben Larbi, einer Frau, die mit Demenz lebte und trotz Krankheit ihre Selbstbestimmung zu bewahren suchte. In eindrucksvollen Filminterviews – geführt von ihrer Tochter – wurden Pfleger:innen, Hospizmitarbeitende, Trauerbegleiter:innen und sogar der Mensch, der Sabine in den Sarg legte, sichtbar gemacht. Sie alle erhielten Raum für ihre Erfahrungen, ihr Mitgefühl – und ihre Würde.
Yvonne Hotz, als Schauspielerin in der Rolle der Tochter Monia Ben Larbi, führte durch den Abend und ließ mit großer Präsenz und emotionaler Tiefe Monias innere Reise zwischen Hoffnung, Angst und Liebe lebendig werden. Die Texte, sensibel verfasst von Sabines Enkelin Alina Ben Larbi, verliehen dem Abend eine zusätzliche poetische Kraft – feinfühlig, klug und aufrüttelnd.
Die anschließende Podiumsdiskussion mit engagierten Stimmen aus der Hospizarbeit – Miriam Göldner, Dorothea Giese, Anne Oberländer, sowie Alina Ben Larbi und Yvonne Hotz – bot nicht nur fundierte Einblicke, sondern auch spürbare Inspiration. Die Erkenntnis: Der Tod gehört zum Leben – und darf wieder Teil unseres Alltags werden.
Die Veranstaltung zeigte, wie mutige künstlerische Formate gesellschaftlich tabuisierten Themen einen Raum eröffnen können, der nicht belastet, sondern befreit. Es war ein Abend, der Trost spendete, der Mut machte und der mit großer Zärtlichkeit daran erinnerte, dass Würde nicht mit dem Gedächtnis endet – und dass Sterben in Freiheit möglich ist, wenn wir den richtigen Fragen Raum geben.
„Glücklich vergessend in den Tod“ war keine Veranstaltung, es war eine Herzensbewegung – und ein eindringlicher Appell, Tod, Demenz und Sterbebegleitung nicht länger zu verstecken, sondern liebevoll zu umarmen.
Weitere Infos:
Diakonisches Werk Oderland-Spree e.V.
Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst MOL
Landhausstrasse 8
15344 Strausberg
Tel.: 03341 3059032
www.diakonie-ols.de
Datum: 24.06.2025
Dieser Artikel wurde erstellt durch:
Redaktion MOL Nachrichten
Andreas Prinz
Redaktion
Tel.: 0 33 41 / 49 99 99
